Der Klimawandel hat auch vor dem Rasen nicht Halt gemacht. Das Frühjahr wird immer heißer und trockener und tendiert dazu, der neue Hochsommer zu werden. Dieser wird hingegen zu einer Art Monsunzeit mit heftigen Niederschlägen. Für den europäischen Rasen ist das aber extrem „gesundheitsschädlich“. Im Frühjahr, wo die Vegetation viel Wasser zum Mobilisieren der Nährstoffe und Wachsen braucht, fehlt das nötige Nass. Somit ist an einen ordnungsgemäßen Stoffwechsel nicht mehr zu denken! Das führt dazu, dass der Rasen verbrennt. Ein weiteres Problem stellt in Folge der fehlenden Ausbildung junger Knospen und Halme dar. Das sind die nachhaltigsten negativen Einflüsse und betreffenden gesamten Pflanzenorganismus des Rasens.

Der Rasen ist somit anfälliger als alle anderen Bodendecker, weil es fast keine Beschattung gibt und er der Hitze fast zur Gänze ausgesetzt ist. Da die Wurzeln relativ kurz sind, kann der Rasen die tieferliegenden Wasserreserven nicht erreichen.

Welche Maßnahmen können gesetzt werden?

Düngen und Aerifizieren zählen zu den Hauptmaßnahmen, um einerseits Staunässe zu verhindern und andererseits die Wurzeln zu stärken.

Staunässe – wie kann dagegen vorgegangen werden?

Staunässe entsteht durch lang anhaltende, starke Regenfälle. Es entstehen regelrechte kleine Seen im Rasen. Der Boden wird moosig und matschig. Das Sickerwasser kann nicht richtig abfließen. Zum einen liegen die Ursachen am Regen, zum anderen aber auch an undurchlässigen Bodenschichten wie Schluff, Lehm, Ton, Wurzeln oder Steinen. Darüber hinaus kann ein hoher Grundwasserspiegel ebenfalls dazu beitragen. Die Wurzeln des Rasens leiden dadurch an Sauerstoffmangel und der Boden wird sauer. Durch die Übersäuerung können Nährstoffe nicht mehr aufgenommen werden. Stellenweise wird der Rasen gelblich (Stickstoffmangel). Darüber hinaus kommt es zu Mangel an Zink, Kupfer und Eisen. In dieser Situation muss der Rasen mit Substraten versetzt und aufgelockert werden.

Äußerst hilfreich ist es auch, wenn schon beim Anlegen des Rasens darauf geachtet wird, dass es später zu keiner Überwässerung kommen kann. Dem kann durch das Entfernen von Hindernissen im Untergrund sowie ausreichender Auflockerung entgegengewirkt werden. Gelbe Stellen und Pfützen im Rasen sind erste Anzeichen.

Tipp: Die Feuchtigkeit im Rasen, der keine Anzeichen hat, ist regelmäßig anzuraten. Dazu sollte bei starkem Regen der Rasen mit einer Plane abgedeckt werden.

Aerifizierer – das Wundermittel bei Staunässe!

Besteht bereits Staunässe, leisten Aerifizierer großartig Abhilfe. Feiner Sand, der mit einem Level Rake aufgebracht wird, ist der nächste Schritt. Mit einem simplen Besen funktioniert es aber genauso gut. Durch das Aerifizieren werden verschlammte Stellen, Gesteinsbrocken und Wurzelwerk gelöst. In der Regel sind diese Maßnahmen durchaus ausreichend. Allerdings ist es erforderlich, dass der Rasen auch weiterhin gepflegt wird. Rasen, der bereits in der Vergangenheit anfällig für Stauwasser war, sollte nicht so oft gegossen werden. Regelmäßiges Düngen sorgt für die nötige Verbesserung der Rasenstruktur.

Die richtige Rasensorte macht den Unterschied!

Rasensorten für Trockenperioden oder trockene Bereiche sorgen dafür, dass der Rasen Hitzeperioden gut übersteht. Diese Sorten sind ausdauernd, dicht und vertragen Trockenheit sehr gut. Die Keimfähigkeit ist hervorragend. Intensive Pflege und Düngung sind auch sehr wichtig. Diese Samen eignen sich auch gut zur Nachsaat auf bereits vertikutiertem Altrasen. In der Trockenperiode muss der Rasen natürlich trotzdem ausreichend gegossen werden.

Rasensamen-Mischungen für Trockenperioden enthalten Festuca arundinacea (Rohrschwingel). Diese Art von Rasen besitzt längere Wurzeln und verträgt daher die Trockenheit besser. Je tiefer die Wurzeln in die Erde reichen, desto besser können sie sich selbst mit Wasser versorgen. Somit bleibt die Rasenfläche grün. Dieser Rasen wird auch als mediterraner Rasen bezeichnet. Die höchste Trockenheitsverträglichkeit weisen RSM 2.2.2, American Green und Sunny Green auf. Rohrschwingel bewirkt, dass es eine sehr hohe Keimzeit braucht. Diese beträgt in der Regel 3 Wochen. Nach der Saat muss die Rasenfläche feucht gehalten werden, um die Keimung zu forcieren. Für eine feinere Art Rasen ist der RSM 2.2.1 „Gebrauchsrasen Trockenlagen“ eher geeignet. Diese Sorte beinhaltet keine Festuca arundinace und besitzt eine hohe Blattfreiheit.

Düngung – ein Muss für jeden Rasenbesitzer!

Gerade in Zeiten des Klimawandels ist eine sorgfältige Pflege des Rasens unabdingbar. Dieser muss regelmäßig geschnitten, gegossen und gedüngt werden. Der Rasen wird am schönsten, wenn er drei bis vier Mal im Jahr gedüngt wird. Für die erste Gabe ist im März/April die beste Zeit. Dazu eignet sich besonders Rasenlangzeitdünger. Die Abgabe der Nährstoffe erfolgt über mehrere Monate hindurch. Mit Ende Juni sollte die nächste Düngung erfolgen. Wird der Rasen oder Teile stark beansprucht, empfiehlt sich eine weitere Gabe im August. Mitte Oktober sollte schon für den Winter mit einer kaliumbetonten Herbstdüngung vorgearbeitet werden.

Der Rasen besitzt den höchsten Bedarf an Nährstoffen im Garten. Der Nährstoffgehalt kann durch ein Labor überprüft werden (Landwirtschaftliche Untersuchungsanstalt der Bundesländer). Die Untersuchung der Bodenproben ist jedoch kostenpflichtig.

Kalk sollte nur auf saure Böden ausgebracht werden. Daher sollte vorab ein Test gemacht werden. Testsets sind im Fachhandel sowie in den Baumärkten erhältlich. Der pH-Wert des Bodens (Rasen) sollte sich zwischen 5,5 und 7,5 bewegen. Das Kalken sollte im Herbst oder im Frühjahr erfolgen. Als Menge empfiehlt sich 150 Gramm pro Quadratmeter.