Aerifizieren? Ist das nicht nur etwas für Fußballrasen und Golfplätze? Lohnt sich das auch für den privaten Garten? Wir sagen: Unbedingt! Und erklären mal ausführlich wann und warum man den Rasen aerifizieren sollte und welche Rasenprobleme dadurch gelöst werden.

Wann ist der richtige Zeitpunkt zum Rasen aerifizieren?

Es ist Ende Februar, die Sonne lacht, der Rasen wächst. Wir riechen den Frühling, spüren die Wärme auf unserer Haut und freuen uns über die ersten blühenden Pflanzen in unserem Garten. Aber ist jetzt auch schon die richtige Zeit zum aerifizieren?

Grundsätzlich lautet die Empfehlung, das von März – Oktober aerifiziert werden kann. Denn: der Rasen sollte in der Wachstumsphase sein. Hier kann man gut erkennen bei welchen Temperaturen der Rasen bzw. die Wurzeln wachsen:

Ein Blick in die Wettervorhersage der nächsten 14 Tage lohnt sich: sind Temperaturen von mindestens 5°C bis maximal 25°C vorausgesagt, kann ohne Bedenken aerifiziert werden, dann kann sich der Rasen schnell wieder erholen.

Warum lohnt es sich zu aerifizieren?

Ein Rasen wird aus vielen Gründen angelegt. Der eine erfreut sich an der Optik des satten Grüns, der andere nutzt den Rasen für sportliche Aktivitäten, wieder andere nutzen freie Fläche die nicht betreten wird als Blumenwiese für Insekten. Diejenigen die sich an einem grünen Rasen erfreuen, merken nach der Ansaat schnell: So einfach ist die Rasenpflege gar nicht.

Einen Rasen zu pflegen bedeutet viel Arbeit, unter anderem will beanspruchtes Grün auch aerifiziert werden. Denn durch normale Nutzung und Witterungsbedingungen verdichtet der Boden. Das hat zur Folge das sich Staunässe bildet, weil der Boden nicht mehr durchlässig genug ist. Die Rasenwurzeln werden nicht mehr ausreichend mit Feuchtigkeit versorgt und unerwünschte Pflanzen wie z.B. Moos finden in Staunässe optimale Bedingungen zum wachsen vor.

Bei anhaltender Staunässe kann es zu Rasenkrankheiten kommen. Durch das aerifizieren und anschließende einbringen von Sand sorgt man für eine Drainage die Staunässe verhindert und den Rasen wieder aufatmen lässt. Am empfehlenswertesten ist das Aerifizieren mit Hohlspoons, denn dadurch wird Erde entnommen. Vollspoons (z.B. Rasenlüfterschuhe) sind weniger geeignet denn weil keine Erde entnommen wird, wird diese nur verdrängt und der Boden wird noch dichter.

Das mechanische entlüften des Rasens hat auch ökologische Vorteile. Ohne den Boden mit Pestiziden zu belasten schafft man gute Voraussetzungen für die Gräser zum wachsen und hemmt gleichzeitig das Wachstum von unerwünschten Beikräutern. Ganz ohne Chemie.

Welche Rasenkrankheiten werden durch aerifizieren beseitigt bzw. vorgebeugt?

Bodenverdichtungen und die damit einhergehende Staunässe kann unserem Rasen extrem zusetzen. Unerwünschte Nebeneffekte sind z.B. Pilzwachstum oder Moosbildung im Rasen. Aber es gibt auch ernsthafte Rasenkrankheiten wie z.B. Dollarfleckenkrankheit (siehe Bild), Hexenringe, Schneeschimmel oder Wurzel- und Stängelfäule.

Regelmäßiges Aerifizieren beugt hier vor und bewahrt vor einer kompletten Neuanlage des Rasens.

Nächste Woche berichten wir hier im Blog ausführlich über Rasenkrankheiten und was man dagegen tun kann.